Na dann bin ich doch heute auf Neuigkeiten gestossen: Facebook verklagt doch tatsächlich unser deutsches StudiVZ. Naja, mal ganz im Ernst: Natürlich ist StudiVZ eine Nachmache von Facebook, aber davon gibt es doch noch dutzende im Netz. Der einzige Unterschied ist doch nur, dass StudiVZ relativ bekannt und erfolgreich geworden ist. Und es ist ja auch hinlänglich bekannt, dass StudiVZ ganz am Anfang intern mit der Bezeichnung “FakeBook” geführt wurde, was ja schon ein sehr signifikanter Zufall sein dürfte.

Trotz aller Warheit und Berechtigung, StudiVZ als Kopie darzustellen ist doch klar, dass Facebook das Ganze nur deswegen durchzieht, weil die Gelder knapp sind und Facebook im Moment dringend finanziellen Nachschub benötigt. Denn an und für sich ist der Grundgedanke doch lächerlich, man könnte jemanden verklagen, nur weil dieser versucht mit einem erprobten Konzept in gleicher Nische Fuss zu fassen. Wir sollten doch mal die Gegenwart ganz kritisch betrachten: Die Suchmaschine Cuil ist eine plumpe Nachmache von google oder auch yahoo. Yahoo und Google gucken sich ständig gegenseitig etwas ab, um sich selbst zu verbessern. Jeder Autobauer nimmt unter anderem auch die Modelle anderer Hersteller unter die Lupe und versucht Neuerungen so gut es geht zu kopieren. Und meine Herrschaften: Wir reden hier über das Inernet! Das ist doc wohl jede zweite Seite im Netz eine Kopie. Alleine die unglaubliche schier unendliche Anzahl an Templates ist doch ein schlagender Beweis dafür. Und auch ich möchte mich gar nicht davon freisprechen. Diese Seite hier hat gegenüber vielen anderen Seiten auch kein krasses Alleinstellungsmerkmal. Kritisch betrachtet ist lediglich der Text unque und befindet sich auf keiner anderen Seite.

Was Facebook also versucht, ist lediglich die ungeklärten Fragen im Gesetz auszunutzen, wie es sich mit Neuerungen im Internet verhält. Und meines Erachtens wird diese Frage in den nächsten Jahren auch nicht beantwortet werden, alleines schon weil es viel zu wenige kompetente Menschen am rictigen Platz gibt. Allein schon die Tatsache, dass die Richter nur die Quelltexte der Seiten abgleichen wollen und damit dann en Urteil begründen wollen, ist doch schon ein Beweis dafür, wie inkompetent diese Richter da zu Werke gehen. Man kann zwei Seiten einen vollkommen unterschiendlichen Quelltext verpassen und Sie dennoch gleich aussehen lassen. Ebenso kann man zwei Seiten einen fast identischen Quelltext verpassen, ohne dass abgekupfert wird. Und mal was anderes : Wie schnell lässt sich ein solcher Quelltext komplett umschreiben oder zumindest grundlegend verändern? Sowas geht innerhalb von allerkürzester Zeit, in Einzelfällen dauert soetwas sogar nur Minuten.

Also machen wir uns nichts vor: Facebook braucht Geld und holt es sich jetzt – ganz egal woher und mit welchen Mitteln. Das ist der komplette Konsens dieser Angelegenheit.